Historische Ortschaften in der Umgebung
Historische Zentrum
Chiusi, ein typisches Dorf des zentralen Apennins, liegt auf 950 m Höhe am Südhang des Nationalparks „Foreste Casentinesi, Monte Falterona e Campiglia“. Von den Überresten der Burg der Cattani, der Kirche und des Podesteria-Gebäudes führt eine alte gepflasterte Straße talwärts und durchquert den ältesten Teil von Chiusi della Verna. Auch wenn sie im Laufe der Jahrhunderte stark umgestaltet wurden, zeigt uns die Anordnung der Häuser und Straßen, wie das kleine Dorf am Fuße der Burg einst ausgesehen haben muss; aus der ursprünglichen Altstadt ist die „Casa Marcucci“ gut erhalten, wo sich unter einem Bogen der Eingang zur Festung mit einigen in das Mauerwerk eingearbeiteten Wappen befindet.
Auf dem kleinen Platz angekommen, der einst das Zentrum des Dorfes bildete und heute das Kriegerdenkmal beherbergt, kann man zum modernen Dorf zurückkehren und von dort aus durch den „Bosco delle Fate“ zum Monte della Verna hinaufsteigen oder alternativ einen Weg auf der linken Seite nehmen, der zum kleinen Dorf La Rocca führt.
Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand Chiusi lediglich aus diesem kleinen Weiler mit wenigen Häusern, in dem einige hundert Menschen lebten. Die Geschichte dieser Gemeinde ist eng mit der Kloster della Verna verbunden, und um diese Verbindung zu würdigen, änderte die Gemeinde 1928 ihren Namen von „Chiusi in Casentino“ in „Chiusi della Verna“.
Vezzano
Wir befinden uns auf etwa 880 m Höhe, und dieses kleine Dorf mit seinen Steinhäusern und engen Gassen versetzt uns in längst vergangene mittelalterliche Zeiten zurück. Im Mittelalter war Vezzano nämlich der alte Vorposten der Burg von Chiusi, die sich im Besitz der alten Grafenfamilie Cattani befand. Im Jahr 1300 ging es an die aus Arezzo stammende Familie der Tarlati di Pietramala über, um dann 1385 zusammen mit Chiusi unter die Gerichtsbarkeit der Florentiner Republik zu fallen.
Auf dem kleinen Platz des hübschen Ortskerns befindet sich die Kirche Santa Maria Assunta, die als Pfarrkirche seit ihrer Errichtung über ein Taufbecken verfügt, zu dem alle Kinder der Umgebung gebracht wurden, darunter mit ziemlicher Sicherheit auch jene aus Chiusi.
Eine einzigartige Gedenktafel an der Seite der Pfarrkirche erinnert daran, dass hier einer alten Überlieferung zufolge der kleine Michelangelo Buonarroti getauft wurde.
La Rocca
Der Überlieferung zufolge entstand das kleine Dorf La Rocca in der Zeit der Barbaren, als es von den Goten als Festung gegen die Langobarden inmitten riesiger, aus dem Boden ragender Felsblöcke errichtet wurde. Heute sind keine Überreste der alten Burg mehr vorhanden, doch das Dorf besteht aus rustikalen Häusern, die größtenteils renoviert wurden. In seinem Inneren bewahrt es die kleine und sehr alte Kirche S. Agata aus dem 7. Jahrhundert, die der von diesem Barbarenstamm verehrten Heiligen geweiht ist. In der Kirche befindet sich der „Christus“ von Franco Cardinali, einem Maler und Keramiker, der der École de Paris angehörte und von 1968 bis 1981 im angrenzenden Wohnhaus mit Atelier lebte und arbeitete – einem interessanten Bauwerk, das direkt an zwei riesige, durch eine Spalte getrennte Felsblöcke angebaut ist, wo sich die Keramikwerkstatt von Fanette Cardinali befindet, die ihrem Vater gehörte. In dem kleinen Dorf befindet sich auch das Atelier des Bildhauers und Malers Faust Cardinali, der zwischen La Rocca und Paris lebt und arbeitet.
La Beccia
Am Fuße der Kloster bildet das kleine Dorf La Beccia einen wichtigen Knotenpunkt, eine Kreuzung zwischen Chiusi della Verna, der Vallesanta, Bibbiena und der Kloster selbst, die über die „Mattonata“, die alte Zufahrtsstraße, erreichbar ist, die wie alle bedeutenden alten Straßen des Apennins gepflastert ist.
Einst ein Herbergsort, dessen Hotels und Restaurants nur noch eine alte Erinnerung sind, wird es heute als Ausgangspunkt für den unteren Rundweg des Monte Penna empfohlen, der am Fuße der felsigen Grate des heiligen Berges entlangführt, den Bosco delle Fate durchquert und direkt wieder am Heiligtum endet.