Zwischen Camaldoli und La Verna
Als Vallesanta bezeichnet man das Tal des Casentino, das im Norden an Badia Prataglia und im Süden an Chiusi della Verna grenzt.
Über das gesamte Gebiet hinweg zeigt sich der Monte Penna mit dem für dieses Tal so charakteristischen rechteckigen Profil, das seinen Namen dem versöhnlichen Einfluss verdankt, den der Heilige Franziskus auf die Region ausübte.
Ende des 19. Jahrhunderts beschrieb die englische Reisende Enola Holmes es als karg und unwirtlich, und auf alten Fotos aus den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sieht es tatsächlich ganz anders aus, als wir es heute kennen.
Die Felder und Terrassen, die einst die Landwirtschaft der lokalen Bevölkerung trugen, sind den gemischten und wilden Wäldern gewichen, die mittlerweile weite Teile des ländlichsten Apennins prägen.
Bis in die trockensten Jahreszeiten hinein wasserreich, spenden die eiskalten Wasserbecken und Wasserfälle den wagemutigsten Wanderern Erfrischung, während in den drei Hauptorten des Tals die Gastfreundschaft nie zu kurz kommt, mit verschiedenen Lokalen, von denen eines charakteristischer ist als das andere.
Historisch gesehen von geringer Bedeutung und in den Quellen kaum erwähnt, war das Vallesanta dennoch stets ein Durchgangsgebiet, eine viel frequentierte Verkehrsverbindung. An seiner Grenze zur Romagna befindet sich nämlich der Passo di Serra, einer der wichtigsten Gebirgspässe, die den Osten mit dem Westen der durch den Apennin geteilten italienischen Halbinsel verbanden.
Heutzutage ist der Pass dank der wiederbelebten Beliebtheit von Pilgerreisen und Wandern erneut stark frequentiert, und in Vallesanta hat die Via Romea eine neue Welle des nachhaltigen Tourismus ausgelöst.